Konzertsäle sind keine Infektionsherde, so die deutsche Studie

Konzertsäle sind keine Infektionsherde, so die deutsche Studie

Eine wissenschaftliche Studie zur Verteilung von Partikeln in der Luft, die im Konzerthaus mit 1.500 Sitzplätzen in Dortmund durchgeführt wurde, ergab, dass in gut belüfteten Konzertsälen nur ein geringes Infektionsrisiko besteht.

Die Studie wurde im November an drei Tagen vom Fraunhofer-Heinrich-Hertz-Institut und dem Messspezialisten ParteQ in Zusammenarbeit mit dem Umweltamt durchgeführt.

Ein High-Tech-Dummy (im Bild) wurde verwendet, um die räumliche Verteilung von Aerosolen und CO2 zu untersuchen. Die Ergebnisse zeigten, dass das Risiko einer Übertragung “fast sein kann, wenn der Veranstaltungsort belüftet ist und die Teilnehmer Gesichtsmasken tragen.” ausgeschlossen, vor allem im Raum. “

Die Studie ergab, dass die Verwendung des vorhandenen Belüftungssystems des Veranstaltungsortes sowie das Tragen von Gesichtsmasken das Risiko einer Übertragung in der Luft so weit verringerte, dass eine vollständige Belegung des Konzertsaals „theoretisch möglich“ wäre. In der Studie wurde jedoch ein Schachbrett-Auditorium mit einem freien Platz zwischen jeder Sitzgruppe empfohlen, der eine Kapazität von 50% ermöglicht.

Der künstlerische Leiter des Konzerthauses Dortmund, Dr. Raphael von Hoensbroech, sagte: „Die letzten Monate haben gezeigt, dass Politiker eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für die Entscheidungsfindung benötigen. Mit unserer Studie möchten wir dazu beitragen, dass Konzertsäle und Theater bei ihrer Wiedereröffnung wieder ein ausreichendes Publikum aufnehmen können.

Die nordrhein-westfälische Ministerin für Kultur und Wissenschaft, Isabel Pfeiffer Poensgen, sagte: „Das Thema Belüftung ist ein entscheidender Faktor für die Wiedereröffnung von Kulturinstitutionen. Die Konzerthaus Dortmund-Studie ist daher ein wertvoller Eckpfeiler, um auch während einer Pandemie eine kontinuierliche Leistung zu ermöglichen. Gleichzeitig zeigt es das große Verantwortungsbewusstsein der Kulturinstitutionen gegenüber ihrem Publikum. Angesichts der großen Relevanz der Belüftung hat die Landesregierung eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit Vertretern kultureller Institutionen eingerichtet, die derzeit unter anderem eine differenzierte Offenheitsstrategie entwickeln, die auf wissenschaftlichen Entdeckungen basiert. .

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Dr. Heinz-Jörn Moriske, Direktor und Professor des Bundesumweltamtes, sagte, die Studie sei „ausgezeichnet mit großer Bedeutung“. Er fügte hinzu: „Ich kann der Schlussfolgerung voll und ganz zustimmen. Bei einer Schachbrettverteilung der Gäste und einer 100% igen Aufladung des Innenluftsystems ist das Infektionsrisiko sehr gering. Das Tragen von Mund-Nasen-Schutz im Auditorium ist vorteilhaft, aber nicht so wichtig wie bisher angenommen.

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse des Berichts:

  • Mit einer Maske und einer ausreichenden Frischluftversorgung über die vorhandene Lüftungs- und Klimaanlage gab es während der Tests praktisch keinen Einfluss der Testaerosole auf einen der Orte in der Nähe einer emittierenden Person.
  • Das große Raumvolumen sorgt bereits für eine hohe Verdünnung der kontaminierten Aerosole, und aufgrund des Betriebs der Zu- und Abluft des Lüftungssystems ohne Umwälzfunktion werden die Aerosole in allen Bereichen und effektiv entfernt kann nicht akkumulieren.
  • Ohne Maske muss der Sitz direkt vor Ihnen frei bleiben. Bei den verbleibenden benachbarten Sitzen ist eine Infektion sehr unwahrscheinlich. In allen Fällen wird eine Schachbrett-Sitzanordnung im Auditorium empfohlen.
  • Eine größere Anzahl von Personen im Auditorium stört den Luftstrom nach oben nicht, sondern fördert ihn durch zusätzliche thermische Effekte.
  • Das Tragen von Masken ist in Fluren, Sitzbereichen und Foyers immer erforderlich, da das Lüftungssystem hier anders funktioniert als im Auditorium (wo Luft durch die Decke entweicht) und wo ein Kontakt besteht eng kann nicht ausgeschlossen werden. Während der Pausen sollten alle Türen zum Auditorium offen gehalten werden, um eine zusätzliche Querlüftung zu ermöglichen.
  • Der Konzertsaal kann bei vorhandener Belüftung keine Großveranstaltung auslösen (bei vollem Luftaustausch mit frischer Außenluft alle 20 Minuten).
  • CO2-Messungen während des Betriebs können dazu beitragen, die Verteilung von Partikeln in der Luft im Auditorium besser beurteilen zu können.
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