"Angst hat das Steuer übernommen": Deutsche Anlegerstimmung bricht im Juli ein

„Die Angst hat das Steuer übernommen“: Die Stimmung der deutschen Anleger bricht im Juli ein

Eine Gesamtansicht zeigt die Stadt Jena mit den ehemaligen ostdeutschen Produktionsstätten des VEB Carl Zeiss Jena in Jena, Deutschland, 21. März 2019. REUTERS/Fabrizio Bensch

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  • ZEW stürzt tiefer ab als zu Beginn der Pandemie
  • Sorgen um die Energieversorgung lasten schwer auf der Stimmung
  • Rezessionsängste steigen, sagen Analysten

BERLIN, 12. Juli (Reuters) – Das deutsche Anlegervertrauen ist zu Beginn der Coronavirus-Pandemie im Juli aufgrund größerer Energieprobleme, Versorgungsengpässe und Zinserhöhungen unter das Niveau der Europäischen Zentralbank gefallen.

Das Wirtschaftsforschungsinstitut ZEW teilte am Dienstag mit, dass sein Wirtschaftsstimmungsindex von -28,0 im Juni auf -53,8 Punkte gefallen ist. Der Juli-Wert liegt etwas unter den Werten vom März 2020, als Deutschland seine ersten pandemiebedingten Lockdowns erlebte.

Eine Reuters-Umfrage hatte einen Juli-Wert von -38,3 ergeben.

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Der Index, für den das ZEW vom 4. bis 11. Juli 179 Analysten und institutionelle Investoren befragte, zeige, dass die Erwartungen für energieintensive und exportorientierte Branchen besonders gesunken seien, so ZEW-Vorstandsvorsitzender Achim Wambach.

„Experten beurteilen die aktuelle Wirtschaftslage deutlich negativer als im Vormonat und haben ihre ohnehin schon ungünstigen Prognosen für die nächsten sechs Monate weiter nach unten korrigiert“, fügte er hinzu.

Ein Index der aktuellen Bedingungen fiel von -27,6 auf -45,8. Die Konsensprognose lag bei -34,5.

Die Besorgnis über eine Rezession wächst, sagten Analysten.

„Die Angst hat das Steuer übernommen“, sagt Alexander Krüger, Chefvolkswirt der Privatbank Hauck Aufhäuser Lampe.

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„Insbesondere der drohende Stillstand der Gaslieferungen und der starke Rückgang der Reallöhne führen zur Verstimmung“, sagte er und fügte hinzu, dass die Sorgen vor einer Rezession weiter zunehmen würden, solange ein möglicher Einbruch der Gasversorgung andauere Webstuhl.

Die Nord Stream 1, die russisches Gas nach Deutschland transportiert, begann am Montag mit ihrer jährlichen Wartung, wobei der Fluss bis zum 21. Juli unterbrochen werden soll, aber Regierungen, Märkte und Unternehmen befürchten, dass die Abschaltung aufgrund des Krieges in der Ukraine verlängert werden könnte. Weiterlesen

Der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck warnte Anfang dieses Monats, dass die derzeitige Energieknappheit zu einer Rezession in Deutschland und einer Kreditklemme führen könnte, die die wirtschaftliche Stärke des Landes bedrohen würde.

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Berichterstattung von Klaus Lauer, Reinhard Becker und Christian Kraemer Text von Miranda Murray Redaktion von Rachel More, Kirsti Knolle und Philippa Fletcher

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