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Deutsche Raffinerie in Schwedt benötigt nach polnischem Lieferabkommen kein russisches Öl mehr

Von Christian Kramer

BERLIN (Reuters) – Die deutsche Raffinerie Schwedt wird kein russisches Öl mehr benötigen, nachdem Polen zugesagt hat, ab Januar genügend Öl für einen Betrieb mit einer Kapazität von 70 % bereitzustellen, sagte ein hochrangiger Regierungsbeamter am Donnerstag im Wirtschaftsministerium in Berlin.

Berlin strebt an, die russischen Ölimporte bis Ende des Jahres unter Sanktionen der Europäischen Union zu eliminieren, und arbeitet seit Monaten mit Polen zusammen, um zu versuchen, die Lieferungen aus Schwedt zu sichern, das 90% des Treibstoffs aus Berlin liefert.

Beide Seiten wollen sicherstellen, dass die polnischen Raffinerien in Danzig und Plock sowie die deutschen Raffinerien in Schwedt und Leuna bei Leipzig ausreichend mit Rohöl versorgt werden, sagten Minister beider Länder Anfang dieses Monats.

„Polen will diesen Schritt mit uns gehen“, sagte Michael Kellner, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium. Berichten zufolge versucht Deutschland, seine Lieferungen aus anderen Ländern, einschließlich Kasachstan, zu erhöhen. „Die Versorgungssicherheit kann gewährleistet werden“, sagte er dem Parlament und fügte hinzu: „Damit garantieren wir, dass in Schwedt weitergearbeitet werden kann.“

Der Liefervorschlag gehe davon aus, dass ab dem kommenden Jahr zwei bis drei Schiffe mit jeweils 100.000 Tonnen nichtrussischem Öl pro Monat für Schwedt im polnischen Danzig entladen würden, teilte eine mit den Verhandlungen auf polnischer Seite vertraute Quelle mit.

Das wären rund 3,5 Millionen Tonnen im Jahr, der Rest käme über Rostock an die Ostsee, sagte die Person.

Schwedt könnte dann den Bedarf der Region Berlin decken, die rund 600 deutschen Tankstellen der polnischen Orlen beliefern und die Region in Westpolen mit Kraftstoff versorgen, sagte die Quelle.

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Deutschland übernahm im September die Kontrolle über die Raffinerie Schwedt, die sich mehrheitlich im Besitz der russischen Rosneft befindet, als Teil der Bemühungen, die Energieversorgung des Landes zu verbessern.

Es stellte Rosneft Deutschland unter die Aufsicht der deutschen Industrieregulierungsbehörde, aber Rosneft besitzt immer noch 54,17 % der Raffinerie. Schwedts Mitgesellschafter sind der Ölkonzern Shell mit 37,5 Prozent und die italienische Eni mit 8,33 Prozent.

(Berichterstattung von Christian Kraemer und Marek Strzelecki, Schreiben von Kirsti Knolle, Redaktion von Rachel More, Matthias Williams und Jane Merriman)

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