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Corona: Erster deutscher Patient hat keine schützenden Antikörper mehr

Corona: Erster deutscher Patient hat keine schützenden Antikörper mehr
Panorama Webasto-Mitarbeiter

Erster deutscher Corona-Patient hat keine schützenden Antikörper mehr

| Lesedauer: 2 Minuten

„Für die Entwicklung der Impfstoffe ist diese Nachricht ein Rückschlag“

Der erste deutsche Corona-Patient hat keine schützenden Antikörper mehr. Was das bedeutet und wieso die Meldung ein Rückschlag für die Impfstoffentwicklung ist, erklärt Virologe Martin Stürmer.

Vor einem halben Jahr entdeckten Behörden die erste Corona-Infektion bei einem deutschen Patienten. Jetzt berichtet der Mann von seiner Erkrankung. Und erklärt: Er habe bereits seit April keine Antikörper mehr in sich.

Ein halbes Jahr ist es her, da wiesen die Behörden bei einem Mitarbeiter des Autozulieferers Webasto im bayerischen Stockdorf die erste Corona-Infektion in Deutschland nach. Bereits drei Monate später hat der Mann nach eigenen Angaben keine schützenden Antikörper in sich getragen. Das sagte der namentlich nicht benannte Mitarbeiter am Montag in einem Interview, das Webasto veröffentlichte.

Von seiner Erkrankung an der neuartigen Lungenerkrankung Covid-19 habe er keinerlei Nachwirkungen, er habe „Riesenglück“ gehabt, sagte der Mann weiter.

Wissenschaftler sind sich noch uneinig, wie lange Patienten nach einer Infektion mit dem Coronavirus Antikörper aufweisen, also immun sind. So hatten Bluttests der ersten Corona-Patienten in Deutschland, die Ende Januar in einer Münchner Klinik behandelt wurden, in einigen Fällen ein deutliches Absinken der Anzahl von Antikörpern im Blut gezeigt. Eine noch unveröffentlichte Studie an 327 Covid-19-Patienten im chinesischen Wuhan kam kürzlich zu einem anderen Ergebnis. Bei mehr als 80 Prozent der Patienten seien sechs Monate nach ihrer Erkrankung noch biologisch aktive Antikörper nachgewiesen worden, sagte der Virologe Ulf Dittmer, Direktor des Instituts für Virologie der Uniklinik Essen.

Webasto-Mitarbeiter sorgte sich um seine schwangere Frau

Eine chinesische Mitarbeiterin von Webasto hatte das Virus auf einer Dienstreise nach Bayern mitgebracht. Webasto schloss seine Zentrale für zwei Wochen und konnte so die Infektionsketten unterbrechen.

Er habe die chinesische Kollegin bei einer einstündigen Besprechung am 20. Januar getroffen, berichtete der Webasto-Mitarbeiter. „Ich saß dann auch direkt neben ihr und habe nebenbei Kaffee getrunken.“ Am Montag, den 27., habe er erfahren, dass die Frau positiv auf das neuartige Virus getestet worden war. Am selben Tag mittags sei er im Tropeninstitut getestet worden und am Abend ins Schwabinger Krankenhaus gegangen. „Es war eine sehr surreale Situation. Ich wusste nicht, was ich denken sollte. Viele Gedanken schwirrten durch meinen Kopf, aber erst einmal habe ich nur noch reagiert und fühlte mich fremdgesteuert.“

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Er sei damals vor allem um seine schwangere Frau und seine kleine Tochter besorgt gewesen, die aber ebenso wie andere Familienmitglieder oder Freunde sich nicht bei ihm angesteckt hätten.

„Das ist für mich bis heute nicht nachvollziehbar, da ich eine volle Woche unbewusst dieses Virus in mir hatte und ich normal mit meiner Familie und Freunden zusammen war.“ Es seien aber alle zweimal getestet worden, alle Tests seien negativ ausgefallen.

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Korbinian Geissler

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