Wärmepumpeninstallationen gehen in Deutschland nach Förderkürzungen zurück

Die Zahl der Förderanträge für Wärmepumpen in Deutschland ist in den ersten sechs Monaten des Jahres 2023 deutlich zurückgegangen. Nach Angaben des Ministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) wurden zwischen Januar und Juni rund 48.800 Anträge auf Förderung von Wärmepumpen registriert. Dies ist ein starker Rückgang gegenüber den fast 97.800 im ersten Halbjahr 2022 eingegangenen Bewerbungen.

Der Rückgang der Wärmepumpeninstallationen ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen. Zunächst führte die Regierung eine Subventionskürzung ein, wodurch die Subventionsobergrenze gesenkt wurde. Dies führte im August 2022 zu einem Anstieg der Anträge, da viele Menschen den höheren Zuschuss in Anspruch nahmen, bevor er gekürzt wurde.

Darüber hinaus haben sinkende Benzinpreise die wirtschaftlichen Anreize für Wärmepumpen untergraben. Da die Gaspreise nach den Höhepunkten der Energiekrise dramatisch sanken, haben viele potenzielle Käufer ihre Entscheidung, in eine Wärmepumpe zu investieren, möglicherweise noch einmal überdacht.

Ein weiteres Hindernis für die Installation von Wärmepumpen sind die aktuellen Verhandlungen zum deutschen Gebäudeenergiegesetz. Dies führte zu Unsicherheit und Kontroversen innerhalb der Regierungskoalition, was zu einer Verzögerung der Entscheidungsfindung führte. Hausbesitzer tappen daher im Dunkeln und wissen nicht, welche Technologien in ihren Gebäuden anwendbar sind, bis das Problem gelöst ist.

Darüber hinaus kommt es auch bei kommunalen Dekarbonisierungsplänen für die Heizung, die für Hausbesitzer oft eine Voraussetzung sind, zu Verzögerungen. Es wird geschätzt, dass diese Pläne in einigen Regionen möglicherweise erst im Jahr 2028 fertiggestellt werden. Dies erschwert den Entscheidungsprozess für potenzielle Käufer von Wärmepumpen zusätzlich.

Mit Blick auf die Zukunft hat die Regierung ihre Absicht angekündigt, ab 2024 bis zu 70 % der Kosten für neue und nachhaltige Heizsysteme zu übernehmen. Dies kann zwar dazu führen, dass Einzelpersonen mit ihren Anträgen warten müssen, es ist jedoch wichtig zu beachten, dass der maximal förderfähige Förderbetrag ansteigt reduziert worden. Nach dem neuen System ist die maximale Förderhöhe auf 21.000 Euro für ein ganzes Haus begrenzt, also 3.000 Euro weniger als beim bisherigen System.

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Im August 2022 wurde die vom Bundesamt für Ausfuhr und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gewährte Grundförderung für Wärmepumpen um durchschnittlich zehn Prozentpunkte gekürzt. Das bedeutet, dass die Anschaffungskosten nun von 35 % auf 25 % abgedeckt werden. Allerdings wurden die Fördersätze für Anwendungen, die besonders effektiv sein sollen, erhöht.

Wärmepumpen gelten als Schlüsseltechnologie zur Dekarbonisierung des Wärmesektors in Deutschland. Die Regierung hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2024 bis zu 500.000 neue Einheiten pro Jahr zu installieren. Trotz des jüngsten Rückgangs bei den Installationen wird erwartet, dass der Einsatz von Wärmepumpen in Zukunft eine entscheidende Rolle bei der Erreichung der deutschen Klimaziele spielen wird.

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