Biodiversitätsstudie zeigt Verlust der Insektenvielfalt in Naturschutzgebieten aufgrund von umliegendem Ackerland

Biodiversitätsstudie zeigt Verlust der Insektenvielfalt in Naturschutzgebieten aufgrund von umliegendem Ackerland

Argumente kategorisiert in drei Dimensionen von Stakeholder-Handlungsmotiven, die aus der Reihe von Stakeholder-Dialogen („Social Labs“) an zwei Studienstandorten gezogen wurden. Kredit: Biodiversität und Naturschutz (2022). DOI: 10.1007/s10531-022-02519-1

Deutschland setzt sich für den Schutz der Biodiversität ein. Um den Rückgang der Biodiversität zu stoppen und den Trend umzukehren, sind in Naturschutzgebieten große Anstrengungen erforderlich: Studien zeigen, dass die Biomasse von Insekten in Naturschutzgebieten seit den 1990er Jahren um 75 % zurückgegangen ist Rückgang der Insektenbiomasse in Schutzgebieten.


Nun hat ein Forscherteam erstmals den Zusammenhang zwischen Insektenvielfalt und landwirtschaftlicher Aktivität im Grenzbereich untersucht Naturschutzgebiete und Ackerland bundesweit. Dazu hat das Forschungsprojekt „DINA – Insektenvielfalt in Naturschutzgebieten“ eine beispiellose Sammlung von Daten zur Biodiversität und möglichen Schadensursachen geschaffen, die an 21 Beobachtungsstandorten repräsentativ erhoben wurden.

Neben der Erfassung der Pflanzen- und Insektenvielfalt durch neue DNA-Analysen wurden auch Daten zur Landnutzung und Pestizidbelastung von Böden und Insekten erhoben.

Eine erste Auswertung des Datensatzes wurde soeben in der Zeitschrift veröffentlicht Biodiversität und Naturschutz. „Mit den neuen Daten können wir das erstmals zeigen landwirtschaftliche Tätigkeit in der Nähe von Naturschutzgebieten wirkt sich negativ auf die Insektenvielfalt in Schutzgebieten aus“, sagt ISOE-Forscher Florian Dirk Schneider.

„Wir haben gesehen, dass im weiteren Umfeld von Schutzgebieten ein Zusammenhang zwischen einem hohen Anteil an Ackerland und einer geringen Insektenvielfalt besteht“, sagt NABU-Experte Sebastian Köthe. Die Zahl der Pestizide, denen Insekten ausgesetzt sind, hängt auch vom Anteil der landwirtschaftlich genutzten Fläche ab. Auch die wissenschaftliche Analyse der Daten hat gezeigt: „Sogar groß Naturschutz Gebiete in der Nähe eines Beobachtungsortes können die negativen Einflüsse von landwirtschaftlichen Flächen nicht ausgleichen“.

Notwendig ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Naturschutz und Landwirtschaft

Aber was könnten die Lösungen sein? „In deutscher Natur Erhaltung Bereiche finden wir eine Vielzahl von Situationen. Daher können die Lösungen keine Einheitslösungen sein“, sagt Schneider.In der Reihe von Dialoggesprächen, die das ISOE mit Landwirten und Naturschützern durchgeführt hat, führt die wissenschaftliche Vermittlung des Standes der Biodiversität und der möglichen Ursachen von Insektenschäden nicht automatisch zu Schutzmaßnahmen gegen Insekten Die Umsetzung von Maßnahmen scheitert oft an verschiedenen Hindernissen.

Einerseits die Rechtliche Rahmenbedingungen und Fördermöglichkeiten werden von den an der Praxis beteiligten Akteuren als unzureichend oder sogar als blockierend empfunden. Andererseits lässt sich aus national erhobenen Datensätzen nicht immer schließen, wie gut es lokalen Insektenpopulationen geht und ob beobachtete Schadstoffbelastungen problematisch sind oder nicht. Daher ist es schwierig, über Insektenschutzmaßnahmen in der Landwirtschaft und im Naturschutz zu entscheiden.

„Wir sehen einen Bedarf an tiefergehendem Wissen aller Beteiligten über Ursachen und Zusammenhänge. Dieser Mangel betrifft zum Beispiel Kenntnisse über die tatsächlichen Schäden an Insekten im lokalen Schutzgebiet durch Pestizide oder aufgrund anderer Ursachen, die in keinem Zusammenhang mit Daten stehen auch auf die Wirksamkeit der vorgeschlagenen Maßnahmen zum Schutz vor Insekten“, berichtet Schneider.

Für die Autoren der Studie ist daher klar, dass die Erhebung von standortspezifischen Daten zu Insekten die Vielfalt ist für den Erfolg des Insektenschutzes ebenso wichtig wie die Entwicklung von Schutzmaßnahmen in Zusammenarbeit mit allen Beteiligten. Die enge Einbindung von Wissenschaft, Landwirtschaft und Naturschutz muss auch das Teilen und Interpretieren von Daten beinhalten.

„Wo Agrar- und Naturschutzakteure direkt vor Ort in einen konstruktiven Dialog treten, ist auch die Bereitschaft zum Handeln für gemeinsame Ziele und die Bereitschaft zur Förderung vorhanden Insektenvielfalt im Schutzgebiet“, sagt Schneider.

Mehr Informationen:
Sebastian Köthe et al, Verbesserung des Insektenschutzmanagements durch Insektenüberwachung und Einbindung von Interessengruppen, Biodiversität und Naturschutz (2022). DOI: 10.1007/s10531-022-02519-1

Bereitgestellt vom ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung

Zitieren: Biodiversitätsstudie zeigt Verlust der Insektenvielfalt in Naturschutzgebieten aufgrund von umliegendem Ackerland (2022, 16. Dezember) Abgerufen am 17. Dezember 2022 von https://phys.org/news/2022-12-biodiversity-loss-insect-diversity-nature . html

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