"Wir verschwenden nicht für einen Kampf"

“Wir verschwenden nicht für einen Kampf”

Der deutsche Sporteinzelhändler Udo Siebzehnrübl sorgte mit einem offenen Brief an die bayerischen Fachverbände für Aufsehen. Trotz der Schließung in Deutschland wird das Unternehmen am 11. Januar seine fünf Intersport-Filialen in Altötting, Pasing, Passau, Riem und Rosenheim eröffnen – egal was passiert. In einem Interview mit unserer Schwesterpublikation TextileWirtschafterklärt er, was ihn motiviert und was er vom Handeln erwartet.

Herr Siebzehnrübl, was fragen Sie?
Wir wollen so schnell wie möglich öffnen. Das ist die ganze Geschichte. Und ich hätte es nie gewagt, von der Medienresonanz zu träumen, die mein offener Brief erhalten würde. Und genau das wollte ich. Schließlich habe ich nicht das Recht, andere Einzelhändler aktiv zu bitten, dasselbe zu tun. Auf jeden Fall habe ich alle Medienvertreter direkt eingeladen, uns am Montag zu besuchen und darüber zu berichten, was dann passieren wird.

Was denkst du wird passieren?
Zunächst einmal hoffe ich immer noch, dass wir alle für die Eröffnung am Montag freigegeben sind. Angesichts der Wellen, die unsere Aktion bereits auslöst, würde ich mir wünschen, dass auch Politiker schnell reagieren. Wir wollen nur wieder öffnen und dabei alle Konzepte von Sicherheit und Hygiene respektieren. Wir haben keine Beute für einen Kampf und verhalten uns vernünftig.

Ist es also eine symbolische Handlung?
Nun, es gibt keinen Plan. Wir werden sehen.

Im Frühjahr 2020 haben die Behörden beim ersten Stopp bei Verstößen eingegriffen.
Natürlich mag ich die Geldstrafe nicht, die wir wahrscheinlich zahlen müssen. Aber wir haben bereits eine siebenstellige Summe explodiert – es lohnt sich also für uns. Ich hoffe nur, dass ich so viele Nachahmer wie möglich finden kann. Wenn ich die Aldi-Broschüre dieser Woche mit acht Seiten Sportartikeln sehe, ist es nur eine Mega-Ungerechtigkeit, dass sie diese verkaufen dürfen und wir nicht. Die Situation ist für uns sehr prekär und wir laufen Gefahr, unsere Kunden an Amazon & Co. zu verlieren und unsere Mitarbeiter auch nicht halten zu können.

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Wie viel verkaufen Sie online über die Intersport-Plattform?
Wir haben unseren Online-Umsatz im vergangenen Jahr auf 10% des Gesamtumsatzes verdoppelt. Aber 90% werden mit der Schließung fallen. Und wir verdienen kein Geld.

Mit Ihrer Aktion laufen Sie Gefahr, mit den Leugnern der Pandemie in eine Ecke geraten zu müssen.
Ich bin weder ein Pandemie-Leugner noch ein Rechtsradikaler – ich möchte mich nur öffnen, damit wir unsere Kunden und Mitarbeiter behalten können.

[NOTE: The original version of this article has been published 04 January 2021 on textilwirtschaft.de.]

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