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Tönnies im Corona-Skandal: Schlachtung wieder gestoppt – Polizei rückt wegen Straßenblockade an

Tönnies im Corona-Skandal: Schlachtung wieder gestoppt - Polizei rückt wegen Straßenblockade an

Bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück ist nach dem massiven Corona-Ausbruch am Donnerstag die Produktion wieder angelaufen. Nur einen Tag später steht die Schlachtung aber offenbar erneut still.

  • Der Fleischverarbeiter Tönnies wurde an seinem Hauptstandort Rheda-Wiedenbrück von einem massiven Corona-Ausbruch erschüttert.
  • Mehr als 1400 Mitarbeiter waren infiziert, am Donnerstag konnte die Produktion nach knapp vier Wochen Pause aber wieder anlaufen. Doch am Freitagmorgen stand die Schlachtung erneut still (siehe Erstmeldung vom 17. Juli 2020).
  • Am späten Freitagvormittag konnte die Schlachtung wieder anlaufen (siehe Update vom 17. Juli, 11.43 Uhr). Grund für den vorübergehenden Stopp waren Mängel bei einer Kontrolle. 
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Update vom 17. Juli, 19.55 Uhr: Die Polizei hat eine Straßenblockade vor dem Tönnies-Schlachthof beendet. Man habe die Blockierer eine Zeit lang gewähren lassen, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen, sagte eine Polizeisprecherin. 15 Teilnehmer seien dann aber den Aufforderungen der Einsatzkräfte, die Straße zu räumen, nicht nachgekommen. Sie hätten sich ohne Gegenwehr von den Beamten wegtragen lassen. Die Polizei leitete Strafverfahren gegen sie ein.

Update vom 17. Juli, 19.26 Uhr: Die Corona-Maßnahmen bei Tönnies könnten ein Vorbild für andere Unternehmen sein – findet der Hygiene-Professor Martin Exner. „Wir haben jetzt ein sehr abgewogenes Hygienekonzept, das kann eine Blaupause für andere Betriebe in ganz Deutschland werden“, sagte der Mediziner der Universität Bonn laut einer Mitteilung des Kreises Gütersloh.

Corona-Skandal bei Tönnies: Schlachtung nach Kontrolle gestoppt – jetzt folgt nächste Wendung

Update vom 17. Juli, 13.23 Uhr: Wenige Stunden nach der überraschenden Zwangsunterbrechung der Schlachtung beim Fleischverarbeiter Tönnies in Rheda-Wiedenbrück (siehe Erstmeldung vom 17. Juli) konnte das Unternehmen den Stopp infolge einer erneuten Überprüfung beenden (siehe Update vom 17. Juli, 11.43 Uhr). Auf Beanstandungen der Bezirksregierung, wegen derer die Zwangspause verhängt wurde, hat das Unternehmen noch in der Nacht zum Freitag durch Umrüstungen an Arbeitspositionen reagiert. Die Arbeitsschützer hätten zuvor kritisiert, dass die Arbeiter beim ersten Zerteilen der gerade geschlachteten Schweine, bei dem eine erhöhte Position notwendig ist, nach vorne stürzen könnten. 

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Nach Corona-Ausbruch bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück ist erneute Zwangsunterbrechung vorbei

Update vom 17. Juli, 11.43 Uhr: Die erneute Zwangsunterbrechung beim Fleischkonzern Tönnies ist vorbei: Am Stammsitz im nordrhein-westfälischen Rheda-Wiedenbrück sei die Schlachtung am Freitag nach der Freigabe durch die Bezirksregierung wieder aufgenommen worden, teilte ein Tönnies-Sprecher mit. Erst am Tag zuvor hatte das Unternehmen nach vierwöchiger Unterbrechung wieder schlachten dürfen, musste die Produktion am Freitag wegen Beanstandungen der Bezirksregierung bis zur Freigabe aber erneut stoppen. 

Unterdessen stellte NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser im Landtag klar, dass das Bundesland keine Notschlachtungen von Schweinen wegen Platzmangels in den Stellen erlauben werde. Das Tierschutzgesetz schließe eine Tötung von Tieren aus dem Bestand aus, sagte sie im Landwirtschaftsausschuss. „Wir werden das nicht unterstützen, falls Anträge kommen sollten“, kündigte die Ministerin an.

Nach Corona-Ausbruch bei Tönnies: Erneuter Stopp der Schlachtung am Freitag – Keine Schweine in Fabrik transportiert

Update vom 17. Juli, 10.14 Uhr: Nachdem die Schlachtung am Hauptstandort des Fleischkonzerns Tönnies in Rheda-Wiedenbrück vorübergehend gestoppt wurde, wurden nach Angaben eines dpa-Reporters zunächst keine weiteren Schweine in das Werk transportiert. Am Vortag ist die Schlachtung in Deutschlands größtem Fleischwerk nach der rund vierwöchigen Zwangspause wegen eines massiven Corona-Ausbruchs unter Mitarbeitern erstmals wieder angelaufen. 

Dafür wurden der Firma zufolge rund 8000 Schweine angeliefert. Dann wurden bei einer Kontrolle aber erneut Mängel beanstandet, weshalb Umrüstungen an Arbeitspositionen vorgenommen werden müssten (siehe Erstmeldung vom 17. Juli). Dies sei auch schon passiert, ein Sachverständiger müsse die Änderungen aber noch abnehmen, sagte ein Tönnies-Sprecher. Wann die Schlachtung wieder beginnen kann, war am Freitagvormittag noch unklar. 

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Neben der Schlachtung ist die Zerlegung ein kritischer Produktionsbereich. In dem besonders virusgefährdeten Bereich sollen am Freitag unter der Aufsicht von Behörden nach technischen und organisatorischen Veränderungen probeweise wieder geschlachtete Schweine zerlegt werden. Im Bereich der Zerlegung waren die meisten der insgesamt mehr als 1400 mit dem Coronavirus* infizierten Mitarbeiter tätig. Mit Plexiglas-Trennscheiben, neuer Filtertechnik und mehr Zuführung von Frischluft will Tönnies künftig die Verteilung von Viren unter den Arbeitern über die Umluftanlage verhindern. 

Nach Corona-Ausbruch bei Tönnies: Erneute Zwangspause in der Schlachtung – Beanstandungen bei Kontrollen

Erstmeldung vom 17. Juli 2020: 

Rheda-Wiedenbrück – Nach dem massiven Corona*-Ausbruch am Hauptstandort des deutschen Fleischverarbeiters Tönnies in Rheda-Wiedenbrück (Nordrhein-Westfalen) ist die Fleischproduktion am Donnerstag (16. Juli) erst wieder angelaufen – und nun steht die Schlachtung aber offenbar bereits nach nur einem Tag wieder still. 

Am Freitagmorgen ist sie zunächst wieder ausgesetzt worden. Am Tag zuvor ist der Produktionsprozess wieder angelaufen, parallel haben in der Zerlegung Tests stattgefunden. Heute (17. Juli) sollte dort wieder im Rahmen eines Probedurchgangs gearbeitet werden. Nun ist der Schlachtbetrieb aber wieder ins Stocken geraten.

Nach Corona-Ausbruch bei Tönnies: Konzern muss Umrüstungen an Arbeitspositionen vornehmen

Die Schlachtung am Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück werde am Freitag später beginnen, teilte ein Tönnies-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur mit. Bei Kontrollen durch die Bezirksregierung sei das Unternehmen am Donnerstagnachmittag darüber informiert worden, „dass wir an Arbeitspositionen zusätzliche Umrüstungen vornehmen müssen“, sagte der Sprecher. Zuvor hatten Medien über die Unterbrechung berichtet.

Er fügte hinzu, dass man durchaus verwundert darüber sei, „dass Abläufe und Prozesse, die seit über 20 Jahren genehmigt sind und seitdem jährlich mehrfach amtlich kontrolliert wurden, nunmehr bemängelt werden“. Tönnies betont jedoch, eng mit den Behörden zusammenzuarbeiten, „um einen reibungslosen Ablauf auch in Zukunft zu ermöglichen“. 

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Bislang ist allerdings unklar, wann der Schlachtbetrieb wieder aufgenommen werden kann. Das Unternehmen musste Trenn-Elemente aus Plexiglas sowie bessere Filtersysteme für die Umluft in der Produktionshalle installieren, um das Coronavirus-
Infektionsrisiko
* zu minimieren. Für diesen Freitag war schon ein Probebetrieb in dieser Produktionsstufe angekündigt worden. Über die neuen Schutzmaßnahmen informierte der Konzern auch auf seinem Twitter-Acount.

Übrigens: Woran Sie Tönnies-Produkte im Supermarkt erkennen, erfahren Sie im nachfolgenden Video. (dpa/cia) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Eine weitere beunruhigende Nachricht inmitten der Pandemie: Auf einem Schlachthof in Österreich hat es ebenfalls einen Corona-Ausbruch gegeben. Dort sind Dutzende Menschen infiziert und Hunderte in Quarantäne.

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Korbinian Geissler

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