Deutschland zwingt große Unternehmen, Frauen in ihre Vorstände zu stellen

Deutschland zwingt große Unternehmen, Frauen in ihre Vorstände zu stellen

Berlin – Nach jahrelangen Debatten hat das deutsche Kabinett ein neues Gesetz verabschiedet, nach dem alle an der deutschen Börse notierten großen Unternehmen mindestens eine Frau im Vorstand haben müssen. Wenn das Parlament wie erwartet verabschiedet wird, bedeutet das Gesetz, dass ab 2022 jedes börsennotierte Unternehmen mit einem Vorstand von mindestens drei Mitgliedern eine Frau in diesen Vorstand aufnehmen muss.

“Qualifizierte Frauen bereichern das berufliche und wirtschaftliche Leben”, sagte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey bei der Bekanntgabe der Zulassung. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht sagte: “Frauen haben ein positives Charisma, Vorbilder und wirken sich auf die Förderung junger Frauen aus.” Die beiden Minister hatten sich lange Zeit für verbindliche Quoten in Unternehmensvorständen eingesetzt.

Schließung des Exekutivkomitees der SPD-Partei
Franziska Giffey (Mitte) Bundesministerin für Familienangelegenheiten, ältere Menschen, Frauen und Jugendliche, spricht während des Exerzitienkomitees mit Saskia Esken, Bundespräsidentin der SPD-Partei und Norbert Walter-Borjans von der SPD 9. Februar 2020.

Michael Kappeler / Foto-Allianz / Getty


“Die Zeit für freiwillige Maßnahmen ist endlich vorbei”, kündigte der Vizekanzler und Bundesfinanzminister Olaf Scholz das Ende der Ära an, in der die Hälfte der Bevölkerung nicht in den Verwaltungsräten von vertreten war viele große deutsche Unternehmen.

Bereits seit 2015 besteht die Anforderung, dass die erweiterten Aufsichtsräte großer deutscher Unternehmen zu rund 30% aus Frauen bestehen. Dem Aufsichtsrat gehören von den Aktionären ernannte Mitglieder und Vertreter der Arbeitnehmer an.


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Das neue Gesetz wird sicherstellen, dass Managementteams eine weibliche Stimme haben, es gilt jedoch nur für rund 70 deutsche Unternehmen, die die Größenkriterien erfüllen und an der Börse notiert sind.

Hiltrud Werner ist die einzige Frau im Vorstand von Volkswagen als Leiterin für Integrität und Recht. Als öffentliche Verfechterin von gleichem Entgelt und Chancengleichheit für Frauen erklärte sie gegenüber CBS News, dass die anstehenden Gesetze ein “guter Anfang” seien.

Hiltrud D. Werner
Mitglied des Konzernvorstands des deutschen Autoherstellers Volkswagen, Hiltrud Werner, zuständig für „Integrität und Recht“.

Volkswagen / Dokument


“Die Tatsache, dass das Gesetz nur rund 75 Unternehmen betrifft, scheint minimal, aber es sendet ein sehr starkes Signal”, sagte sie. “Wir müssen bedenken, dass das neue Gesetz auch Vorschriften für den öffentlichen Sektor enthält, einschließlich Universitäten, Krankenhäuser usw. Sie müssen nun auch herausfinden, wie Chancengleichheit für gewährleistet werden kann die Frauen.”

Neun Unternehmen, die im deutschen Blue-Chip-DAX gelistet sind, zu dem die 30 größten Unternehmen des Landes gehören, haben derzeit keine Frauen im Vorstand, darunter der Sportriese Adidas und der Arzneimittelhersteller Bayer.

Frauen sind jedoch in den vielen kleineren, aber immer noch wichtigen Unternehmen, die an anderen deutschen Börsen gehandelt werden, viel weniger vertreten. Gemäß von der FIDAR-Organisation zusammengestellte DatenFast die Hälfte aller in Deutschland börsennotierten Unternehmen hat derzeit keine Frauen im Management. Ihre Daten deuten darauf hin, dass 73 Unternehmen die neue Quote ab 2022 einhalten müssen.

Werner von VW sagte gegenüber CBS News, dass sich die Auswahlkriterien und Bewerbungsverfahren für Unternehmen grundlegend ändern müssen.

„Wir brauchen zunächst einen anonymeren Rekrutierungs- und Bewerbungsprozess, um Verzerrungen zu vermeiden. Wie in anderen Ländern üblich, sollten Alter und Foto nicht Teil eines Kandidatur “, sagte sie. “Ein weiterer Faktor ist das gleiche Entgelt. Dies geht einher mit der Chancengleichheit für Frauen.”

Laut schwedisch-deutsch Allbright FoundationDer Anteil weiblicher Führungskräfte in den Vorständen von DAX-börsennotierten Unternehmen ist im vergangenen Jahr sogar auf 12,8% gesunken – der niedrigste Stand seit 2017.

In den USA hingegen stieg der Frauenanteil in den obersten Stockwerken der 30 Börsenriesen auf 28,6%. In Schweden waren es 24,9%; Im Vereinigten Königreich hatten Frauen 24,5% der Führungspositionen und in Frankreich 22,2%.

Werner sagte gegenüber CBS News, dass Deutschland Nachholbedarf habe: “Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern ist Deutschland mit einem Gesetz zur Chancengleichheit und bei der Chancengleichheit zurückgeblieben. Geschlecht für Unternehmen. “

Aber es sollen Fortschritte kommen, noch bevor das neue Gesetz vom Deutschen Bundestag formalisiert wird. Der Spanier Belen Garijo wird in Kürze die Leitung des Pharma- und Chemiekonzerns Merck übernehmen und die einzige weibliche Geschäftsführerin eines an der DAX gelisteten Unternehmens werden.


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