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Berlin, A100: Islamistisch motivierte Tat – Was wir über den Täter wissen

Berlin, A100: Islamistisch motivierte Tat – Was wir über den Täter wissen
Deutschland Jagd auf Motorradfahrer

Islamistisch motivierte Attacke auf A100 – Was wir über den Täter wissen

| Lesedauer: 3 Minuten

Hätte der Autobahn-Anschlag in Berlin verhindert werden können?

Nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag auf der Berliner Stadtautobahn stellen sich neue Fragen. Politiker von CDU und CSU fordern Aufklärung darüber, warum sich der abgelehnte Asylbewerber noch immer in Berlin aufhielt.

Ein 30-jähriger Mann hat am Dienstagabend auf der Berliner Autobahn mehrere Zusammenstöße mit Motorradfahrern verursacht. Nach bisherigen Ermittlungen ist es ein islamistisch motivierter Anschlag, aber auch psychische Probleme sind denkbar.

Jagd, Festnahme, Psychiatrie: Es gibt immer mehr Details über den mutmaßlichen Täter und die Attacke vom Dienstagabend auf der Berliner Autobahn. Ein Überblick.

Was ist passiert?

Ein Mann hatte am Dienstagabend mit seinem Opel auf der Stadtautobahn A100 offenbar gezielt zwei Motorradfahrer gerammt und angefahren. Dabei war er auch mit anderen Autos kollidiert. Sechs Menschen wurden verletzt, drei davon schwer. Die Attacke ereignete sich zwischen Wilmersdorf und der Anschlussstelle Alboinstraße in Tempelhof.

Ermittler arbeiten auf der Berliner Stadtautobahn A100 in Höhe der Ausfahrt Alboinstraße

Quelle: dpa/Paul Zinken

Der mutmaßliche Angreifer kam gegen 19 Uhr mit seinem Fahrzeug auf der Autobahn zum Stehen. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft, weil er ein Motorrad auf ein Auto „gedrückt“ hatte.

Das Foto zeigt ein kaputtes Auto und ein zerstörtes Motorrad

Das Foto zeigt ein kaputtes Auto und ein zerstörtes Motorrad

Quelle: REUTERS

Der Mann verließ anschließend sein Fahrzeug und stellte eine alte Munitionskiste auf das Autodach. Es sei der Eindruck entstanden, dass es sich dabei um einen gefährlichen Gegenstand handeln könnte. Zudem soll der Mann am Tatort auf Arabisch gesagt haben, dass „alle sterben“ würden. Auch von „Allahu akbar!“-Rufen war die Rede.

Martin Steltner, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft, gab an, dass der Fahrer auch ein Küchenmesser und einen Gebetsteppich bei sich geführt hatte. Polizisten gelang schließlich die Festnahme. Bei der Untersuchung der Kiste durch Spezialisten vom Landeskriminalamt stellte sich der Inhalt als ungefährlich heraus – es waren Werkzeuge drin.

Was ist über den Täter bekannt?

Der mutmaßliche Täter ist irakischer Staatsangehöriger und in Bagdad geboren. Ermittler verwiesen auf seinen psychisch labilen Zustand. Seit Mittwochabend ist er in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung des Maßregelvollzugs untergebracht. Dies erfolgte unter anderem wegen versuchten Mordes und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr in drei Fällen, teilte die Staatsanwaltschaft auf Twitter mit.

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Generalstaatsanwältin Margarete Koppers sagte im Rechtsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses, der Iraker habe sich zwischen 2018 und 2019 in derselben Flüchtlingsunterkunft wie ein islamistischer Gefährder befunden. „Wie eng der Kontakt war ist zu prüfen.“ Zum Verdächtigen selbst habe es bis zur Tat am Dienstagabend „keine Hinweise auf anschlagsrelevantes Verhalten“ gegeben, sagte Koppers. In Deutschland hat der Mann Ermittlerangaben zufolge einen Duldungsstatus bis Ende des Jahres.

Im vergangenen Jahr habe der Verdächtige allerdings mit den Behörden zu tun gehabt. Koppers erläuterte dazu, dass das Amtsgericht Tiergarten in einem Urteil wegen Widerstandshandlungen vor einer Flüchtlingsunterkunft von psychischen Problemen des Mannes ausgegangen sei. Damals sei dieser wegen partieller Schuldunfähigkeit freigesprochen worden. Demnach war er mehrfach mit Körperverletzungsdelikten in der Vergangenheit aufgefallen.

Was sind die Hintergründe der Tat?

Polizei und Staatsanwaltschaft schließen ein islamistisch motiviertes Tatgeschehen nicht aus. „Die Abläufe lassen sich mit einem zufälligen Unfallgeschehen nicht in Einklang bringen“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung von Polizei und Staatsanwaltschaft. Vielmehr handele es sich offenbar um gezielte Angriffe vor allem auf Motorradfahrer. Äußerungen und Verhalten des 30-jährigen Tatverdächtigen deuteten auf einen religiös-islamistischen Hintergrund hin, hieß es. Anhaltspunkte für die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung fanden sich den Angaben zufolge allerdings zunächst nicht, ebenso wenig wie auf die Mitwirkung weiterer Personen.

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Korbinian Geissler

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