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Beirut: Proteste gegen Regierung – Polizei setzt Tränengas ein

Beirut: Proteste gegen Regierung – Polizei setzt Tränengas ein
Ausland Vier Tage nach Explosion

Proteste gegen Regierung in Beirut – Polizei setzt Tränengas ein

| Lesedauer: 2 Minuten

„Wir werden alleine gelassen“

Die Wut auf die libanesische Regierung wächst. Die Bürger werfen ihr fehlende Unterstützung nach der Katastrophe vor. Außerdem habe die Regierung von der gefährlichen Lagerung des explosiven Stoffs gewusst.

Sie trauern um die Opfer der Explosion im Hafen von Beirut und protestieren gegen die politische Elite ihres Landes: Tausende Libanesen haben sich in Beirut versammelt. Zwischen ihnen und der Polizei kam es zu Auseinandersetzungen.

Vier Tage nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut haben rund 5000 Libanesen um die Opfer getrauert und gegen die politische Elite des Landes protestiert. Sie versammelten sich am Samstag auf dem Märtyrer-Platz im Zentrum der libanesischen Hauptstadt. Im libanesischen Sender MTV war zu sehen, wie Demonstranten versuchten, die Absperrungen zum Parlament zu durchbrechen. Bereitschaftspolizei setzte Tränengas gegen sie ein.

Aus der Kundgebung wurden auch Steine geworfen. „Das Volk will den Sturz des Regimes“ war in Sprechchören zu hören oder „Revolution, Revolution“. „Verschwindet, ihr seid alle Mörder“, stand auf Bannern. „Wir wollen eine Zukunft in Würde, wir wollen, dass das Blut der Explosionsopfer nicht umsonst vergossen wurde“, sagte Rose Sirour, eine der Demonstrantinnen.

Bei den Zusammenstößen sind mindestens 130 Menschen verletzt worden. 28 von ihnen seien in umliegende Krankenhäuser gebracht, 102 vor Ort behandelt worden, teilte das libanesische Rote Kreuz über Twitter mit.

Rund 5000 Menschen sind in Beirut auf die Straße gegangen

Quelle: REUTERS

Aktivisten hatten zu der Demonstration unter dem Motto „Gerechtigkeit für die Opfern, Rache an der Regierung“ aufgerufen

Aktivisten hatten zu der Demonstration unter dem Motto „Gerechtigkeit für die Opfer, Rache an der Regierung“ aufgerufen

Quelle: AFP/ANWAR AMRO

Bereitschaftspolizei setzte Tränengas gegen Demonstranten ein, die versuchten, eine Absperrung in Richtung Parlament zu durchbrechen

Bereitschaftspolizei setzte Tränengas gegen Demonstranten ein, die versuchten, eine Absperrung in Richtung Parlament zu durchbrechen

Quelle: REUTERS

Viele Menschen im Libanon machen die Regierung für die Explosion mit mehr als 150 Toten und rund 5000 Verletzten verantwortlich. „Der Aufstand und die Revolution gehen weiter“, sagte einer der Demonstranten zu MTV.

Präsident Michael Aoun, Regierungschef Hassan Diab und die gesamte politische Führungsspitze seien für die Katastrophe verantwortlich.

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Aktivisten hatten in den sozialen Medien zu der Demonstration unter dem Motto „Gerechtigkeit für die Opfer, Rache an der Regierung“ aufgerufen. Bereits im vergangenen Oktober hatte es Massenproteste gegen die Regierung gegeben.

Die Demonstranten fordern weitgehende politische Reformen. Sie werfen der politischen Elite Korruption vor.

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Korbinian Geissler

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