3x3-Basketball: Ein boomender Sport?  |  Sport |  Deutscher Fußball und wichtige internationale Sportnachrichten |  DW

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„Die Atmosphäre ist fantastisch. Hier werden Spiele richtig zelebriert“, sagt 3×3-Basketball-Bundestrainer Mathias Weber der DW aus Antwerpen, wo Deutschlands Männer- und Frauenmannschaften bei der Weltmeisterschaft antreten.

Inspiriert vom Streetball, ist das rasante 3-gegen-3-Format des Basketballs nicht ganz neu, aber eine große Veränderung bedeutet, dass der Sport richtig Fahrt aufnimmt – seit den Spielen im vergangenen Sommer in Tokio ist 3×3-Basketball olympisch.

Bis zu den Spielen 2024 in Paris soll der Sport schnell wachsen und deutlich professioneller werden.

„Vieles ist noch in Bewegung“, sagt Weber. „Aber wir werden nicht nur taktisch, sondern auch sportlich einen großen Schritt nach vorne sehen.“

Trotz der geringeren Anzahl von Spielern ist es jedoch nicht so einfach, einen konkurrenzfähigen Kader aufzubauen, wie es scheint. Einfach ein Team aus traditionellen Basketballspielern zusammenzustellen, wird nicht funktionieren; Sie brauchen 3×3 Spezialisten.

„Dynamischer und nachhaltiger Sport“

Dann gibt es die finanziellen Herausforderungen. Da die öffentlichen Mittel knapp sind, kommt die Hauptunterstützung für die deutsche Frauenmannschaft eigentlich von der BundeswehrBundeswehr, während die Stadt Düsseldorf die Männer unterstützt.

„Wir haben 3×3 als eine junge, dynamische und nachhaltige Sportart identifiziert, in der wir uns engagieren möchten“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Erst im vergangenen Jahr unterstützte Düsseldorf ein professionelles Männerteam beim Start und holte ein Modeunternehmen als Hauptsponsor.

Ein japanisches Unternehmen hat das Projekt zum Aufbau eines weiblichen Profiteams in Düsseldorf unterstützt, wo die größte japanische Community in Deutschland beheimatet ist. Die Idee ist, den besten deutschen und japanischen 3×3-Spielern die Chance zu geben, sich gemeinsam zu entwickeln.

Parallelen zum Beachvolleyball

Die Weltmeisterschaft in Antwerpen ist ein Indiz für die wachsende Popularität des 3×3-Basketballs, und die Parallelen zum Erfolg des Beachvolleyballs sind unübersehbar.

Da die Turniere im Herzen einer bestimmten Stadt stattfinden, bieten die Veranstaltungen eine Mischung aus Musik und Spitzensport, die sie für Sponsoren attraktiv macht.

Und in einer Zeit, in der die Aufmerksamkeitsspanne schrumpft, werden die Zuschauer – alle 1.800 in der eigens errichteten Arena in Antwerpen – mit Nonstop-Action verwöhnt. Sieger ist das erste Team, das 21 Punkte erreicht – oder was vorne liegt, wenn der Summer nach nur 10 Minuten ertönt.

„Entscheidend ist der Wille, der Wille, hart zu arbeiten“, sagt Weber. „Man muss in der Lage sein, eventuelle Fehler hinter sich zu lassen und einfach durchzustehen.“

Zur Aufregung trägt auch die Tatsache bei, dass sich noch keine Nation in diesem Sport durchgesetzt hat. Serbien gilt weithin als das am weitesten entwickelte Land im 3×3, aber bei den Olympischen Spielen in Tokio gelang dem Land nur eine Bronzemedaille bei den Männern.

Die traditionelle Supermacht des Basketballs, die Vereinigten Staaten, qualifizierte sich nicht einmal für das Turnier der Männer, obwohl die Frauen die Goldmedaille gewannen.

Viel zu tun

Um das Spiel wirklich weiterzuentwickeln, wird es wichtig sein, dass Kinder es in Schulen spielen, aber das ist in Deutschland noch nicht der Fall.

„Nur ein Drittel der Sportlehrer an Schulen wissen überhaupt, was 3×3 ist“, sagt Karsten Schul, Dozent an der Deutschen Sporthochschule Köln, im Gespräch mit der DW. Gleichzeitig hält er das 3×3-Spiel für den idealen Schulsport.

„Auf dem gleichen Raum bewegen sich mehr Kinder. Jeder bekommt mehr Ball, mehr Würfe und kann sein eigenes Spiel besser organisieren. Das sind alles positive Aspekte.“

Die besten Spieler steigen ein

3×3 weckt auch das Interesse einiger Spieler, die auf dem höchsten Niveau des traditionellen Spiels angetreten sind. Die deutsche Nationalspielerin Leonie Fiebich vertritt ihren Landkreis in Antwerpen, während WNBA-Spieler Satou Sabally von den Dallas Wings zuvor für das 3×3-Team spielte.

Auch wenn die Olympia-Möglichkeit den Sport attraktiver gemacht hat, steckt für Bundestrainer Weber noch viel mehr dahinter.

„Sie lieben diese Spielform einfach. Die Grundidee, ohne die starren Strukturen spielen zu können, die es im Fünf-gegen-Fünf gibt.“

Die WM bedeutet viel, nicht nur für Deutschland, sondern auch für die anderen Mannschaften. Die Qualifikation für Olympia 2024 ist eng mit der Position einer Mannschaft in der Weltrangliste verbunden – und als Nummer 1 der Welt in Antwerpen angekommen, haben die Deutschen einen Vorsprung.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf Deutsch verfasst. Es wurde von Chuck Penfold übersetzt und von Matt Ford bearbeitet.

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